Bootsfahrt nach Rødebay ins Restaurant H8 zu Ingo und Ute Wolf
Nach einer kurzen Nacht, brachte uns der Kapitän des schnuckeligen Boots nach Rødebay oder Oqaatsut währe die grönländische Übersetzung dazu. Der dänischen Name der Stadt bedeutet soviel wie "Rote Bucht". Rot daher, weil sich das Wasser zu Walfangzeiten hier Blutrot verfärbte. Auch heute leben noch einige Grönländer vom Walfang. Daran erinnerten die knochigen Überreste eines dort vor kurzer Zeit erlegten Wals. Einem Volk (~55.000 Einwohner) welches vom Fisch- und Walfang lebte und ALLES davon verwertete, steht heute nur noch eine Quote von 17 Tieren zu. Man muss erwähnen, dass hier zum Teil das Überleben vom Erfolg der Fischerei abhängt. Im puren Gegensatz zu den z.B. Japanern, welche die Wale angeblich nur zur (Geschmacks-) Forschung fangen...
Nach
einer turbulenten Bootstour durch die See, hatten wir endlich wieder festen Boden unter den Füssen, doch das Schwanken wollte nicht aus dem Kopf raus. An der frischen Luft ging es uns aber schnell besser und wir waren gut gerüstet für den Rundgang durch den Ort. Vorbei an dem "Wachhund", an Stockfisch, trocknenden Eisbärenfellen und der örtlichen Wasserstation (hier fliesst das Wasser) ging es in das von einem Deutschen geführte Restaurant H8. Da mich der Hunger schon quälte, gönnte ich mir frische Dorschleber, Hellefisk, Schrimps und einige undefinierbare und doch hervorragend schmeckende Teile toter Fische...
Wachhund
Eisbär auf der Leine
Trinkwasserversorgung
Im Restaurant H8
Das Restaurant H8 wird von dem Thüringer Ingo Wolf und seiner Frau Ute geleitet, die bereits vor Jahren nach Grönland auswanderten. Bis zu 90 Essen pro Tag bereiten die beiden mit nur einer Hilfe für ihre Gäste zu. Seine Spezialitäten sind grönländische Gerichte auf thüringische Art zubereitet. Wie z.B. Walroulade mit Senf, Speck und Gurken oder auch Heilbutt mit Käse. Im Frühjahr wird er oft von einheimischen Köchen besucht, die neue Rezepte kennen lernen wollen. Deutsche stellen nach den Dänen die grösste Gruppe der Grönland Einwanderer dar... Ein reizvoller Gedanke. Vielleicht gehöre ich in ein paar Jahren auch dazu...