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Mit Anton und Jørn auf Robbenjagd - Verarbeitung zweier erlegter Seehunde
Sealhunting - Robbenjagd 14.08.2002 - Nach einer kurzen Nacht traf ich morgens um 9.00h bei +5°C am Hafen auf Anton und Jørn. Silver vom Tourist Nature hatte für mich den Kontakt zu den beiden Inuit, die hauptberuflich bei der Jagdaufsicht arbeiten, für eine nicht ganz traditionelle Robbenjagd hergestellt.
Ich bin sicher kein Freund der sinnlosen Jagd! Doch in Grönland müssen jährlich ca. 100.000 Seehunde, ausgewachsene Tiere und keine Heuler, erlegt werden, damit es zu keiner Gefährdung des Fischbestandes kommt. Und so kam mein Interesse an dieser ungewöhnlichen Mitfahrgelegenheit auf. Anton und Jørn, sie arbeiten nebenberuflich als Jäger, hatten das Ziel an diesem Tag zwei Seehunde für den Eigengebrauch zu erlegen. Bereits kurz nach der Ausfahrt aus dem Hafen erlegte Jørn die erste Robbe. Er sagte, dass nach dem Treffer nur ca. 8 Sekunden bleiben um das Tier vor dem Absinken ins Boot zu bekommen. Das wurde auch geschafft. Dieses Schauspiel wurde von etlichen Touristen, die mit dem Schiff nach Rodebay ins H8 fuhren, begutachtet. Der Schuss auf die zweite Robbe blieb mir vorbehalten. Aber knapp vorbei ist auch daneben und so leistete Jørn Schützenhilfe. Am jagen weiterer Robben bestand kein Interesse mehr. Bei einem kurzen Halt an Land, wurden die Tiere innerhalb von gut 15 Minuten gehäutet, zerlegt und eingepackt. Bis auf die Gedärme und Köpfe wurde alles verwendet, diese Überbleibsel wurden als Haifischfutter wieder dem Meer übergeben. Das Essen frischer, roher Robbenleber gilt auch heute noch als Spezialität der Inuit, bei der sich allerdings den meisten Europäern der Magen rum drehen soll. Mutig probierte ein Stück der noch blutigen Leber. Ich war positiv vom Geschmack überrascht. Er war angenehm süss und es schmeckte einfach nur nach Leber - aber ohne den Touch des Grills oder der Pfanne. Jørn war sichtlich erstaunt, als ich noch um weitere Stücke der frischen Robbenleber bat. Auf die Augen angesprochen, sie enthalten viele Vitamine, sagte Jørn, das essen nur noch die alten Frauen. Eine weitere Spezialität der Inuit sind Robbenflossen - roh! Die Flossen werden rasiert, gewaschen und heute in Dosen gepackt. Sie sie gut abgestanden, werden sie gegessen. Bevor es wieder zurück nach Ilulissat ging, wurden die Häute der Seehunde mit einer Schnur versehen, an Steinen befestigt  und für die nächsten acht Tage zur Reinigung im Salzwasser gelassen.

Die kommenden Bilder zeigen nicht nur die Jagd, sondern auch die Verarbeitung der Tiere. Es ist eine blutige Sache, die ich auch mit schockierenden Aufnahmen einmalig dokumentiert habe. Im hiesigen Schlachthof geht es sicher auch nicht unblutiger zu. Sollte einer von euch keine Bilder mit Blut, Innereien oder geschlachteten Tieren sehen können, zappt bitte weiter!

Solltet ihr diese auch erleben wollen, linkt euch ins Tourist Nature und fragt nach Silver!